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Plastikfasten im Plastic Free July – ein Experiment

Plastikfasten ein Experiment

Plastikfasten bietet sich besonders in der Fastenzeit vor Ostern an, oder aber im Plastic Free July. Dies sind klar abgesteckte Zeiträume, in denen man sich währenddessen über Social Media Communities mit anderen austauschen, Fotos teilen, kleine Erkenntnisse festhalten oder Tipps holen kann. Ich habe mich dieses Jahr am Plastic Free July probiert.

Worum geht’s?

Eine Freundin von mir hat dieses Jahr in der Fastenzeit versucht, plastikfrei zu leben und mir von ihren Erfahrungen berichtet. Ich war begeistert und wollte den Plastic Free July nutzen, um selbst das Leben ohne Plastik auszuprobieren.

Wie funktioniert’s?

Plastikfasten bedeutet, für einen bestimmten Zeitraum so weit wie möglich auf Plastik zu verzichten. Auf der Website plasticfreejuly.org kann man sich für den Newsletter anmelden und für sich selbst bestimmen: Verzichte ich den kompletten Monat oder vielleicht nur eine Woche auf Plastik? Lasse ich nur Einwegverpackungen oder sämtliches Plastik weg? Es ist auf jeden Fall sinnvoll, klare Vereinbarungen mit sich selbst zu treffen und bestimmte Ziele abzustecken. Weitere nützliche Tipps zum Plastikfasten findest Du beispielsweise bei wastelanderebel.

Ich hatte mir vorab eingebildet, Plastikfasten sei für mich sehr einfach. Seit langem benutze ich keine Einweg-Coffee-to-go-Becher mehr, habe immer eine Stofftasche mit dabei und verwende Stofftaschentücher. Zum Abschminken benutze ich einen Waschlappen und meine Zähne putze ich mit einer Bambuszahnbürste. Außerdem kaufe ich mein Haarshampoo unverpackt als Shampoo-Bar und besitze eine Menstruationstasse sowie einige Stoffbinden. Plastikfasten? Peanuts, dachte ich.

Selbstverständlichkeiten und wie man sie ändern kann

Einerseits ist es für mich selbstverständlich meine Wasserflasche mitzunehmen und kein Wasser in Einwegpfandflaschen zu kaufen. Ebenso Kaffeebecher: Entweder habe ich meinen eigenen Becher dabei, oder ich kaufe einfach Kaffee mit Pfandbechersystem. Das Studierendenwerk meiner Universität hat seit diesem Jahr ein Pfandsystem. Ansonsten gibt es deutschlandweit in zahlreichen Cafés das RECUP-Pfandsystem. Hier kannst Du mithilfe einer App nachsehen, wo Du in Deiner Stadt Kaffee im Pfandbecher bekommst.

Andererseits kommt in meinem Leben häufig Plastik zum Einsatz, ohne dass ich hinterfrage, wie man darauf verzichten könnte. Das hat oft damit zu tun, dass andere Personen mit beteiligt sind. Ich wohne in einer 5er-WG und kann im Haushalt nicht alle Entscheidungen für mich alleine treffen.

Wir haben beispielsweise immer eine Plastiktüte im Biomülleimer, damit der Eimer selbst „weniger eklig“ bleibt. Die Tüte sollte dann natürlich nicht mit in die Biotonne geworfen werden, sondern in den Restmüll. Ich nutze die Gelegenheit und führe ein, den Biomülleimer mit altem Zeitungspapier auszukleiden und bei Gelegenheit mit Essigreiniger abzuduschen. Am Anfang bin ich die Einzige in unserer Wohnung, die nach der Leerung des Eimers eine neue Papierauskleidung baut. Schon bald ziehen meine Mitbewohner aber mit und kümmern sich auch darum. Ähnlich ist es mit der Milch, die wir uns in der WG teilen und abwechselnd kaufen. Ich versuche nur noch Milch in Pfand-Glasflaschen zu kaufen. Wenn jedoch die anderen an der Reihe sind, trinke ich auch die Milch aus dem Tetra Pak. Vielleicht wird sich auch das in Zukunft noch ändern.

Plastikfrei feiern

Ein weiteres schwieriges Thema sind Geburtstagsfeste. Während des Plastikfastens steht mein Geburtstag an – und ich bekomme Geschenke, die aufwendig in Geschenkpapier oder Plastikfolie verpackt und mit Bändern verziert sind. Im Nachhinein wird mir klar: Das wäre eine gute Gelegenheit, meine Geburtstagsgäste vorab darauf hinzuweisen, dass ich eine Verpackung aus Plastik nicht unbedingt brauche.

Immerhin habe ich selbst beim Einkauf für meine Geburtstagsparty komplett auf Saft und Bier in Plastikflaschen oder Dosen verzichtet und nur auf Pfandglasflaschen zurückgegriffen.

Kleine Erfolge

Ein schöner Erfolg für mich war, dass ich häufig daran gedacht habe einen kleinen Stoffbeutel einzupacken. Dort bringe ich z. B. meine gekaufte Brezel oder lose Tomaten vom Markt unter. So konnte ich auf manche Bäckertüten verzichten. Wenn ich mir etwas beim Bäcker kaufe, dass ich sofort essen möchte, brauche ich nicht einmal meinen Beutel. Ich nehme es einfach direkt auf die Hand.

Im Restaurant wollte ich einmal eine Saftschorle trinken und habe vor der Bestellung gesehen, dass alle Gäste Strohhalme aus Plastik haben. Daraufhin habe ich explizit gesagt, dass ich „auf gar keinen Fall“ einen Strohhalm möchte – und habe tatsächlich keinen bekommen.

Kleine Niederlagen

Auch bei den Niederlagen steht leider die Bäckertüte. Oft genug vergesse ich meinen Stoffbeutel oder vergesse zu sagen, dass ich keine Tüte möchte. Auch wenn Freunde mir etwas zu Essen mitbringen bekomme ich eine Tüte. Genauso ist es mit Einkäufen an stressigen Tagen. Wenn ich nach einem langen Arbeitstag müde und hungrig auf dem Nachhauseweg bin, schaffe ich es zum Einkaufen nur zum Discounter um die Ecke. Dann habe ich nur die Wahl zwischen einer Gurke in Plastikverpackung oder gar keiner Gurke. Meistens verzichte ich dann darauf in Plastik verpacktes Obst und Gemüse zu kaufen. Es lässt sich aber nicht immer vermeiden.

Fazit

Plastikfasten erfordert viel Planung. Selbst dann, wenn man bereits darin geübt ist, nicht in die häufigsten „Plastikfallen“ zu treten. Zudem muss man akzeptieren, dass es Bereiche gibt, in denen Plastik gar nicht zu vermeiden ist (z. B. bei Medikamenten) oder nur durch sehr viel teurere Alternativen ersetzbar ist (z. B. bei Toilettenpapier). Es ist allerdings ein guter Weg, um Gewohnheiten zu ändern und zu erkennen, was im Rahmen der eigenen Möglichkeiten liegt.

Wenn Du Dich noch mehr über Nachhaltigkeit oder das Thema Müllvermeidung informieren möchtest, kannst Du hier bei unserem Artikel zum Thema Zero Waste vorbeischauen.

Versuchst Du ebenfalls, auf Plastik zu verzichten und könntest Dir vorstellen, einige Wochen lang plastikfrei zu leben? Hast Du Fragen, Tipps oder sonstige Anmerkungen? Dann schreibe uns gerne einen Kommentar!

 

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Franziska: Franziska studiert germanistische Sprachwissenschaften im Master an der Universität Heidelberg und beschäftigt sich auch auf Ihrem eigenen Blog mit ähnlichen Themen.
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