Wer in einer WG Energie sparen will, kommt mit smarten Steckdosen, programmierbaren Heizkörperthermostaten, einem Airfryer für kleine Portionen und einem ehrlichen Check alter Großgeräte am weitesten. Diese vier Hebel können Strom- und Heizkosten spürbar senken, ohne dass jemand zum Stromspar-Polizisten der WG werden muss.
Die Stromrechnung flattert ins gemeinsame Postfach – und plötzlich starrt die WG gemeinsam auf eine Zahl, die so gar nicht zum knappen Budget passen will. Sobald drei oder vier Leute zusammenwohnen, läuft irgendwo immer ein Gerät: Der Kühlschrank brummt rund um die Uhr, die Spielkonsole hängt seit Wochen im Standby, und im Bad zieht der alte Heizlüfter Strom, als gäbe es kein Morgen.
Welche Geräte und Tools wirklich etwas bringen, zeigen Tests und Vergleiche auf https://www.homeandsmart.de/ – und genau auf diese Erfahrungen schauen wir hier mit WG-Brille.
Warum WGs besonders viel Strom verbrauchen
In einer WG summieren sich viele kleine Verbräuche schneller als in einem Einpersonenhaushalt. Mehr Menschen bedeuten mehr Ladevorgänge, mehr Kochvorgänge, mehr Duschzeiten mit Badlüfter oder Heizlüfter und mehr Geräte, die parallel oder nacheinander genutzt werden. Dazu kommt: Nicht alle halten dieselben Routinen ein. Während eine Person morgens schon aus dem Haus ist, startet die nächste erst mittags in den Tag – und abends laufen oft erneut Licht, Laptop, Fernseher oder Konsole.
Genau deshalb lohnt sich in WGs ein anderer Blick aufs Energiesparen als im klassischen Familienhaushalt. Es geht weniger um perfekte Disziplin als um Geräte und Einstellungen, die Verbrauch automatisch senken, ohne dass ständig jemand mitdenken muss. Smarte Technik ist hier vor allem deshalb hilfreich, weil sie typische WG-Muster abfedert: wechselnde Tagesabläufe, gemeinsam genutzte Räume und den Hang, dass sich für vergessene Standby-Geräte am Ende niemand zuständig fühlt.
Smarte Steckdosen als einfacher Einstieg ins Energie sparen
Wenn Sie nur eine einzige Sache anschaffen, dann eine smarte Steckdose. Sie ist je nach Modell schon für einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag erhältlich, lässt sich per App steuern und misst bei vielen Modellen den tatsächlichen Stromverbrauch des angeschlossenen Geräts. Plötzlich sehen Sie schwarz auf weiß, ob der alte Fernseher im Standby noch nennenswert Strom zieht, oder dass die Kaffeemaschine den ganzen Tag warmhält, obwohl morgens um neun längst niemand mehr da ist.
Praktisch in der WG: Zeitpläne. Router, Drucker und Konsolen können nachts automatisch vom Netz, ohne dass jemand daran denken muss. Wer es noch entspannter mag, koppelt die Steckdosen an einen Sprachassistenten – ein Satz reicht, und alle gekoppelten Geräte im Wohnzimmer sind aus. Das ist nicht nur bequem, sondern verhindert auch den klassischen WG-Streit, wer schon wieder vergessen hat, das Licht in der Küche auszumachen.
Heizen ohne Reue: smarte Thermostate
Heizung ist in den meisten WGs der größte Energiefresser, deutlich vor Strom. Smarte Heizkörperthermostate werden direkt auf das vorhandene Ventil geschraubt, brauchen in der Regel keinen Elektriker und lassen sich pro Raum programmieren. Das Bad wird morgens warm, wenn die erste Person aufsteht, das Wohnzimmer abends, wenn alle nach Hause kommen, und in der Küche bleibt es ohnehin meist warm genug durchs Kochen.
Verbraucherzentralen weisen regelmäßig darauf hin, dass jedes Grad weniger Raumtemperatur die Heizkosten in der Größenordnung von rund sechs Prozent senken kann. Mit smarten Thermostaten lässt sich das eher erreichen, ohne ständig zu frieren – weil geheizt wird, wenn jemand da ist, und runtergeregelt, wenn das Zimmer leer steht.
Viele Modelle erkennen sogar offene Fenster und schalten kurz ab, was das klassische „Heizung aufdrehen und lüften“-Drama entschärft. Wichtig vor dem Kauf: Schauen Sie nach, welche Ventilnorm Ihre Heizkörper haben. Die meisten Thermostate passen auf gängige Anschlüsse, einzelne brauchen einen Adapter, der oft mitgeliefert wird.
Küche: Airfryer statt Backofen
Der Backofen ist in vielen WG-Küchen ein heimlicher Stromfresser. Vorheizen, lange Backzeiten, viel beheiztes Volumen für eine einzige Portion – das summiert sich. Ein Airfryer, also eine Heißluftfritteuse, benötigt für typische WG-Gerichte wie Pommes, Ofengemüse, Hähnchen oder aufgewärmte Reste in der Regel weniger Energie, weil der kleinere Garraum schneller heiß wird. Vergleichstests zeigen je nach Gericht teils deutliche Einsparungen gegenüber dem klassischen Ofen.
Für die WG lohnt sich ein Modell mit größerem Korb oder zwei Kammern, damit nicht jede Person nacheinander kochen muss. Ein realistischer Hinweis: Ein Airfryer ersetzt keinen Ofen für ein ganzes Blech Lasagne. Für den Alltag mit kleineren Portionen und schnellen Mahlzeiten ist er aber häufig sparsamer und schneller – und damit oft das Gerät, das in einer WG am häufigsten läuft.

Kühlen und kühlen lassen: alte Geräte ehrlich prüfen
Ein zwanzig Jahre alter Kühlschrank kann pro Jahr deutlich mehr Strom verbrauchen als ein aktuelles Gerät einer hohen Effizienzklasse. Wer in einer WG mit Altgeräten lebt, sollte zumindest einmal mit einem Strommessgerät oder einer smarten Steckdose nachmessen. Bei einem hohen Jahresverbrauch kann sich der Wechsel rechnen – gerade, wenn Sie lange in der Wohnung bleiben.
Im Sommer kommt das Thema Kühlen dazu. Mobile Klimageräte sind in WGs beliebt, aber nicht alle sind sparsam. Achten Sie auf die Energieeffizienzklasse und überlegen Sie, ob ein Ventilator mit smarter Steuerung in vielen Nächten nicht völlig reicht. Smarte Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit helfen dabei, das Raumklima objektiv zu bewerten, statt nach Bauchgefühl die Klimaanlage anzuwerfen.
Licht, Router, Standby: die kleinen Hebel
LED-Lampen sind in den meisten WGs angekommen, aber oft hängen in Fluren oder Bädern noch alte Halogenstrahler. Der Tausch kann sich – je nach Brenndauer – schon nach überschaubarer Zeit rechnen. Smarte Lampen sind nicht zwingend nötig, machen aber Bewegungsmelder im Flur oder gedimmtes Licht am Abend einfach umsetzbar – beides reduziert Verbrauch ohne Komfortverlust.
Beim Router lohnt sich ein Blick in die Einstellungen: Viele Modelle bieten eine Nachtabschaltung des WLANs. Wer das Internet nachts nicht braucht, spart über das Jahr gerechnet etwas Strom und schläft oft besser. Und das gute alte Steckdosenleisten-mit-Schalter-Prinzip funktioniert auch heute noch – für den Schreibtisch mit Monitor, Lampe und Drucker gehört es zu den effektivsten Einzelmaßnahmen überhaupt.
Wie Sie in der WG anfangen, ohne sich zu zerstreiten
Smarte Technik bringt nur dann etwas, wenn alle mitmachen. Bewährt hat sich ein simpler Ablauf: Erst messen, dann reden, dann investieren. Schließen Sie eine smarte Steckdose nacheinander an die größten Geräte an und notieren Sie die Werte für eine Woche. Sprechen Sie beim nächsten WG-Abend darüber, wer welche Gewohnheiten hat und wo sich Automatisierung wirklich lohnt. Teilen Sie sich die Anschaffungen – ein Set smarter Thermostate für das gesamte Heizsystem ist pro Person günstiger, als wenn jede WG-Person allein umrüstet.
Klären Sie vorher mit Ihrem Vermieter, was erlaubt ist. Smarte Steckdosen, Thermostate, Lampen und Sensoren sind in der Regel unproblematisch, weil sie ohne Eingriff in die Elektrik installiert werden und beim Auszug einfach wieder mitkommen. Genau das macht sie für WGs so attraktiv: Was Sie heute gemeinsam anschaffen, können Sie später problemlos in die nächste Wohnung mitnehmen.
Fazit: kleine Geräte, spürbarer Unterschied
Energie sparen und Nachhaltigkeit in der WG funktionieren am besten, wenn die Technik den Alltag übernimmt, statt ihn zu komplizieren. Smarte Steckdosen zeigen, wo der Strom hinfließt. Smarte Thermostate sorgen für Wärme, wenn sie gebraucht wird. Ein Airfryer ersetzt in vielen Fällen den hungrigen Backofen. Und ein ehrlicher Blick auf alte Großgeräte spart oft mehr, als jede neue App es je könnte.
Wer sich vorab auf Test- und Vergleichsportalen schlau macht und in der WG gemeinsam plant, kommt mit überschaubarem Budget zu echten Einsparungen – und hat am Ende mehr Geld für die Dinge, die das Leben in der WG eigentlich ausmachen.





